Am
Sonntag, 11. Oktober 2009 um 10.00 Uhr lädt
die ev. luth. St. Andreas-Kirchengemeinde Bad
Lauterberg/Harz herzlich zu einem besonders musikalisch geprägten Gottesdienst ein, in dessen Rahmen das Gloria in D-Dur von Antonio Vivaldi für
Soli , Chor und Orgel aufgeführt wird.
Das Gloria von Antonio Vivaldi ist nach den „Vier Jahreszeiten“
sicher das am häufigsten aufgeführte Werk dieses italienischen Komponisten. Das
Werk wurde im Jahre 1930 wiederentdeckt und wegen der Kraft des musikalischen Ausdrucks
und dem Reichtum an Empfindungen schnell populär. Nimmt man Vivaldis Chormusik
unter die Lupe, so stellt man schnell fest, dass er auf diesem Gebiet ähnlich
innovativ war, wie in seinen Solokonzerten. Die besondere Nähe zur
Orchestermusik zeigt sich darin, dass die Arien „Domine
Deus“ und „Qui sedes“ nicht, wie zu dieser Zeit
üblich, in der Form der Da-capo-Arien komponiert sind, sondern in der von
Vivaldi gern verwendeten Ritornell-Form. Die Behandlung der Solostimmen gehorcht
dabei eher der Gesetzmäßigkeit der Instrumentalmusik. Als Ganzes scheint das Gloria
mehr der inneren Logik eines groß angelegten, mehrsätzigen
Concerto grosso zu folgen, als von dem Aufbau und Gehalt des Textes inspiriert
zu sein.
So leben die 12 Sätze von einer großen Vielfalt unterschiedlicher
musikalischer Charaktere von zugleich beträchtlicher stilistischer Spannweite.
Herzstück des Werkes ist das „Et in terra
pax“, ein ruhig fließendes, ganz nach innen
gerichtetes Andante, das den Friedensgedanken vermitteln soll. Die formale Abrundung
schafft Vivaldi mit der Wiederaufnahme des Anfangsmotivs im „Quoniam“ Teil. Am Schluss des Werkes steht das „Cum sancto spirito“, traditionell als Schlussfuge komponiert.
Durch die innere Geschlossenheit, die motivische Verzahnung der Nummern und das
hohe kompositorische Niveau zählt das Gloria in D-Dur sicher zu den
bedeutendsten geistlichen Vokalkompositionen des frühen 18. Jahrhunderts.
Musikalisch
wirken in diesem besonderen Gottesdienst mit: Maren Stricker aus Osterode und Christa Marquard aus Bad Harzburg, Sopran, ein Bad Lauterberger Singkreis,
der sich eigens für dieses Projekt unter
der Leitung von Berend Willms zusammengefunden hat. Dorothea Peppler spielt den Orchesterpart auf der Orgel. Die Feier der Liturgie und die Predigt liegen in den Händen von Pastorin Alexandra Ziemer.